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Am Montag, den 6. Februar 2012, hatte sich der Kommandant der Feuerwehr Gernsbach eine ganz besondere Übung ausgedacht:
Passend zum Wetter und den durch die anhaltende Kälte hervorgerufenen Begleiterscheinungen wurde das Thema „EISRETTUNG“ in Augenschein genommen.
Vor Beginn der Übung informierte der Kommandant die Einsatzkräfte der Abteilung Gernsbach über die Probleme bei einer Eisrettung und auf was sie achten müssen:
(siehe Homepage der Landes Feuerwehrschule Baden Württemberg)
http://www.lfs-bw.de/Fachthemen/Einsatztaktik-fuehrung/Sonstiges/Documents/Eisrettung.pdf
Personen die im Eis eingebrochen sind, haben bei einer Wassertemperatur von 0°C eine maximale Überlebenschance von 30 Minuten im kalten Wasser.
Der Körper des verunfallten kühlt rapide ab und die Körperaktivität sinkt. Durch hektische Bewegungen und eigene Versuche sich aus dem Wasser bzw. Eisloch zu retten, kühlt der Körper noch schneller aus.
Die Person versucht sich krampfhaft aus dem Eisloch zu befreien….jedoch geling es den eingebrochenen in den wenigsten Fällen selbst, da keinerlei Haltemöglichkeiten am Eis vorhanden sind und sie ständig wieder abrutschen.
Ab einer Körpertemperatur von 33°C beginnen Muskeln zu krampfen und starr zu werden, das Bewusstsein wird getrübt und der Kreislauf sinkt ständig weiter ab.
Der Bergetod (Medizinisch – Afterdrop genannt) des eingebrochenen stand hierbei ganz besonders im Blick der Information.
Denn auch wenn der eingebrochene „gerettet“ ist, und sich in „Sicherheit“ befindet, kann der Bergetod jeder Zeit eintreten.
Der gerettete muss als so weinig wie möglich bewegt werden. Der Körper versucht in dieser Phase eine komplette Auskühlung zu verhindern, in dem er die Blutzirkulation minimiert und sie auf den Körperkern konzentriert (Herz, Lunge).
Die Temperatur der Extremitäten (Arme und Beine) liegt hierbei weit unter der des Körperkerns.
Starke Bewegungen der Extremitäten oder warm rubbeln bzw. massieren der Arme und Beine, können bei dieser Person dazu führen, das kaltes Blut in den Blutkreislauf des Körpers gelang und somit die Unterkühlung noch verstärkt.
Dies kann zu Herzrhythmusstörungen führen. Es besteht daher akute Lebensgefahr für die gerettete Person auch wenn sie schon aus dem Eis und in „Sicherheit“ ist!
Die gerettete Person soll sich so wenig wie möglich bewegen und in einer Schleikorbtrage oder auf einem Rettungsbrett (Waagerechte Rettung) liegend zurück ans Ufer gebracht werden. Dort wird der geretteten Person (sollte der Rettungsdienst und Notarzt noch nicht vor Ort sein) die Bekleidung entfernt. Dies geschieht jedoch nicht durch ausziehen, sondern durch zerschneiden der Bekleidung.
Hier ist darauf zu achten, das sich die gerettete Person so wenig wie möglich bewegt, auch wenn die Person mithelfen- und die Einsatzkräfte unterstützen möchte! Anschließend wird sie mit einer Rettungsfolie oder einer Wolldecke abgedeckt und in einer wärmeren Umgebung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes und Notarztes versorg und betreut.
Zusätzlich kann die Wärmeerhaltung mit anhalten (über den Körper halten und von unten bis oben schwenken) von Scheinwerfern verstärkt werden.
Sollte der Gerettete das Bewusstsein verlieren, ist er in die stabile Seitenlage zu bringen. Sollte zusätzlich noch die Atmung stoppen oder bei der Rettung der Patient einen Kreislaufstillstand erleiden bzw. keine Vitalfunktionen mehr vorhanden sein, so ist umgehend mit den bekannten Reanimationsmaßnahmen zu beginnen!
Bei so einem Einsatz wird über die Leitstelle Mittelbaden automatisch der Rettungsdienst, Notarzt und die DLRG mitalarmiert.
Sicherheits- und Vorgehensweise für Einsatzkräfte der Feuerwehr Gernsbach